Lightroom Tipp-Reihe – #1 – Kataloge

Großer Gesamtkatalog, ein Katalog pro Kalenderjahr oder doch ein Katalog pro Shooting?

Hast du dir die Frage auch schon mal gestellt? Jeder Fotograf hat da meist eigene Ansätze zum Thema – und da reden wir noch gar nicht über die Benennung der Lightroom-Kataloge.

1 FOTOSHOOTING = 1 LIGHTROOM KATALOG

Also wir haben uns vor Jahren dazu entschieden, je Shooting einen eigenen Katalog anzulegen. Warum? Weil zum einen die Leistung subjektiv immer noch ein wenig besser ist (auch wenn sich da schon einiges gebessert hat in den letzten Lightroom-Versionen). 

Aber zum anderen auch wegen der besseren Übersicht. Wir fotografieren pro Jahr ca. 100+ Fotoshootings – wenn wir die alle in einen einzigen Katalog packen würden, hätten wir spätestens im März Probleme.

So finden wir für uns schnell das gewünschte Shooting, da der Kundenname schon im Katalog-Namen steckt.

Zusätzlich ist es für uns einfacher mit einem Katalog je Shooting zu arbeiten, da wir den Workflow unter uns aufgeteilt haben. Einer ist zuständig für die Bildauswahl bzw. Sortierung der Fotos und der andere kümmert sich um die Bildbearbeitung.

Und da ist es natürlich einfacher, einen kleinen Katalog zwischen zwei PCs zu verschieben.

BACKUP VON LIGHTROOM KATALOGEN

Auch in Sachen Backup, ist das Handling um einiges einfacher, wenn man pro Fotoshooting einen eigenen Katalog hat.

Denn die Kataloge zusammen mit den RAW-Files kriegen schnell eine ziemliche Größe auf der Festplatte. Kurz nachgerechnet – wenn wir von durchschnittlich 400 RAW-Fotos pro Fotoshooting ausgehen und je File mit ca. 10 MB rechnen sind wir gleich mal bei fast 4 Gigabyte angelangt.

Und auch wenn Speichermedien heute natürlich schon relativ günstig geworden sind, so ist es doch einfacher mit 100 kleinen Katalogen pro Jahr zu arbeiten als mit einem „Monster-Katalog“ mit fast 400 GB oder mehr.

BENENNUNG DER KATALOGE

Wie erwähnt, versuchen wir auch schon in der Benennung der Kataloge für ein wenig Ordnung zu sorgen.

Eine Möglichkeit wäre es z. B. die Kataloge nach immer dem gleichen Schema zu benennen. z. B. 2020-11-25 - Babybauch - Mustermann

Dann hast du zum einen in deinem Dateimanager gleich eine automatische Sortierung nach Shooting Datum, siehst gleich welche Art von Shooting du in diesem LR Katalog vorfinden wirst und wie der Kunde heißt, steht auch gleich da 🙂

So findest du schnell den gesuchten Katalog und hast auch gleich ein kleines Ordnungssystem.

FAZIT

Eigentlich sind Lightroom-Kataloge ja „nur“ eine Art Datenbank, um Information rund um deine Fotos festzuhalten. Aber wie du siehst, kann man sich schon einige Gedanken dazu machen, ohne auch den Katalog überhaupt geöffnet zu haben 😊  

Wie machst du es bisher? Schreib gerne in die Kommentare und falls du Fragen zum Thema hast, freuen wir uns auch diese beantworten zu dürfen.

2 Gedanken zu „Lightroom Tipp-Reihe – #1 – Kataloge“

  1. Moin Veronika, danke erstmal für den Beitrag, hat mich zum Grübeln gebracht über meinen jetzigen Workflow.
    Meine Gedanken dazu, gerne Diskussion.
    Vorweg: Ich mache max. 25-40 Shootings pro Jahr seit 2023, komme damit also nicht annährend an dein Volumen heran. Aktuell fasst mein Gesamtkatalog rund 2,5 GB (nur Katalogdatei) sowie 400 GB mit 45.000 RAW Files im Zeitraum 2021-2024.

    Die theoretische Sicht: Gerade weil LR eine Datenbank und damit für die Verwaltung eines Gesamtdatenbestands ausgelegt ist, würde ich immer 1 Gesamtkatalog führen. Ob ich wirklich jedes Mal eine Sicht auf die gesamten Jahresbestände brauche? Ok, eher nicht.

    Die praktische Sicht: Die Performance gerade unter Windows selbst mit leistungsstarken Laptops ist bekanntlich sehr bescheiden, 2-3 Sekunden Latenz für ein Foto im Entwickeln Modul können auf Dauer die Nerven rauben. Wo nun genau die Schwelle liegt wenn es langsamer wird, I don’t know, hierzu hat Paddy Ludolph mal einen interessanten Blog Post geschrieben, da war mal von „100.000 Bilder, hm schwierig“ die Rede:
    https://neunzehn72.de/lightroom-geschwindigkeit-und-katalog-groesse/
    Die Performance geht bei mir aber schon bei der Hälfte davon in die Knie.

    Die Idee mit der Bearbeitung in separaten Katalogen hat mich wie gesagt neugierig gemacht.
    Was mich von 1 Katalog pro Fotoshooting abschreckt ist der Punkt, dass die RAW Files auch mitgenommen werden. Mein Problem: Bilder älter als 1,5 Jahre lagere ich auf meine NAS aus, die Katalogdatei bleibt natürlich auf meiner lokalen SSD so wie Adobe es auch empfiehlt. Das funktioniert dann in der Form leider nicht mehr, es sei denn ich schreibe eine redundante Arbeitskopie vom NAS auf mein lokales System.

    Ich werde den Ansatz 1 Katalog pro Jahr aber einmal ausprobieren, das klingt sehr vernünftig auch aus Archivierungssicht. Und wenn ich doch nochmal etwas anfassen möchte, dann wird halt der entsprechende Ordner als eigener Arbeitskatalog exportiert.

    Liebe Grüße aus Paderborn
    André

    1. Moin André,

      vielen Dank für deine ausführliche Antwort und deine Gedanken zu unserem Beitrag! Ich freue mich immer über so detaillierte Erfahrungsberichte, die auch anderen Nutzern weiterhelfen können.

      Du hast recht, Lightrooms Leistung unter Windows kann mit großen Katalogen und vielen RAW-Dateien tatsächlich schnell etwas träge werden.

      Bei mir hat da die beste Performance-Verbesserung tatsächlich die Investition in ein kleines Hardwareupgrade gebracht (wurde ehrlich gesagt auch langsam Zeit 🙂 neue CPU, neue Grafikkarte, mehr Arbeitsspeicher und vor allem eine neue, schnelle SSD)…

      Ich würde mich freuen, wenn du deine Erfahrungen mit dem neuen Workflow teilst und berichtest, wie bzw. ob sich die Performance damit verbessert hat. Ich bin gespannt, wie du mit dem Ansatz der separaten Kataloge zurechtkommst und ob es dir die Arbeit erleichtert.

      Bis dahin wünsche ich dir viel Erfolg beim Ausprobieren und viel Spaß beim Fotografieren!

      Liebe Grüße aus Österreich 🙂

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